Lebensmittelverschwendung - was kann ich dagegen tun?

Geposted von Andrea Pitz am



Allein in Deutschland werden pro Jahr über 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen. Diese Verschwendung entsteht dabei in allen Stellen der Wertschöpfungskette: bei der Erzeugung, Verarbeitung, im Handel und nicht zuletzt auch bei jedem von uns zuhause - pro Kopf wirft jeder Deutsche durchschnittlich jährlich ca. 75kg Lebensmittel weg.

 

Aber warum eigentlich? 

Noch bevor die Lebensmittel überhaupt in den Handel kommen, wird bereits ein Teil davon weggeworfen. Das kann unter anderem auf eine falsche Lagerung in der Landwirtschaft, Transportschäden oder Überproduktion zurückzuführen sein. Dann will auch der Einzelhandel den Kundenwünschen gerecht werden: gerade Obst und Gemüse muss optisch ansprechend sein und gewissen Produktvorgaben, wie beispielsweise einer ausreichenden Größe, entsprechen. Ist das nicht der Fall, so bleiben Lebensmittel liegen oder kommen erst gar nicht in den Verkauf.

Wir als Endverbraucher tragen allerdings auch eine Verantwortung beim Kauf von Lebensmitteln. Wir werfen hauptsächlich deshalb weg, weil falsche Mengen eingekauft oder zu große Portionen gekocht wurden. Auch das Wegwerfen von Lebensmitteln bei Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stellt einen Teil der Verschwendung dar.

Nachhaltiges Zuhause

Was können wir tun?

Die wohl einfachste Methode, um Verschwendung zu vermeiden, ist es zu planen, welche Lebensmittel in welchen Mengen für die kommende Woche benötigt werden. Das lohnt sich vor allem für frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder Produkte, die in den Kühlschrank gehören. Bei lange haltbaren Produkten wie Nudeln, Haferflocken, Nüssen oder Konserven kannst du guten Gewissens auch mehr auf einmal kaufen, da diese nicht so schnell verderben.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum dient lediglich als Indikator. Wusstest du, dass beispielsweise Pasta noch bis zu einem ganzen Jahr nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar ist? Selbst frische, gekühlte Produkte wie Käse oder Joghurt sind oft noch 3 Wochen länger haltbar, als es das Datum auf der Verpackung einen glauben lässt. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die veganen Alternativen wie Sojajoghurt oder Käse auf Mandelbasis. Sollte ein Produkt in deinem Kühlschrank wirklich mal „drüber“ sein, so verlasse dich einfach auf deine Sinne: Wie sieht das Lebensmittel aus? Wie riecht es? Wie schmeckt es? Entdeckst du keine Auffälligkeiten, so ist es noch genießbar und du hast es soeben vor der Tonne gerettet.


Positive Entwicklungen

Immer mehr Supermärkte bieten auch optisch weniger schönes Obst und Gemüse an. Dabei lassen sich mehrere Entwicklungen beobachten: Es kommen teilweise nun auch Früchte in den Verkauf, die optisch nicht dem Standard entsprechen. Diese sind aber qualitativ einwandfrei und können so vom Verbraucher gekauft werden. Oder hast du schon mal die „Single-Bananen“ entdeckt? Auch diese verkaufen sich durch die clevere Platzierung besser und retten so einige Bananen vor der Tonne. Einige Supermärkte bieten auch Obst und Gemüse mit kleinen Mängeln wie Dellen zu einem günstigeren Preis an. Außerdem wird Obst und Gemüse, welches nicht mehr für den Verkauf geeignet ist, oft auch an die örtliche Tafel gespendet, sodass es schnell weiterverarbeitet werden kann und so auch nicht im Müll landen muss.

 

Nachhaltiges Zuhause

 

Viele Restaurants, Metzgereien oder Bäcker bieten inzwischen auch einwandfreie Lebensmittel, die sich leider nicht mehr verkauft haben, abends zu einem reduzierten Preis an. Finden kannst du diese Lebensmittel unter anderem über Apps wie too good to go oder ResQ Club. Lass’ uns gemeinsam weniger Lebensmittel wegwerfen und so einen positiven Beitrag für unsere Erde leisten - und für unseren Geldbeutel.

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